„Die Verbindung zwischen Geist und Körper ist intim, und was wir denken und fühlen, beeinflusst jede Zelle in unserem Körper.“ – Dr. Joe Dispenza
Die meisten von uns haben nie gelernt, mit ihren Gefühlen wirklich in Kontakt zu sein. Stattdessen haben wir gelernt, uns anzupassen. Vielleicht hast du schon früh Aussagen gehört wie:
„Sei nicht so empfindlich.“
„Reiß dich zusammen.“
„Du musst stark sein.“
„Denk positiv.“
„Stell dich nicht so an.“
Solche Sätze sind oft nicht böse gemeint. Dennoch vermitteln sie uns eine wichtige Botschaft: Bestimmte Gefühle sind unerwünscht. Und vor allem wenn wir diese Aussagen als Kinder hören, prägen sie sich leicht als Glaubenssatz in unseren Köpfen ein. Diese lauten dann vielleicht „Ich bin nur liebenswert, wenn ich mich anpasse“ oder „Ich werde nur akzeptiert, wenn ich nicht ausspreche, was ich wirklich denke.“
Um jetzt aber nicht direkt in Schuldzuweisungen an unsere Eltern oder sonstige Bezugspersonen aus der Kindheit abzudriften, wollen wir erst mal verstehen, warum für die meisten Menschen Emotionen, die wir bei anderen als negativ empfinden, unerwünscht sind. Warum versucht man sie so schnell wie möglich im Keim zu ersticken, wenn sie gar nicht „zu uns“ gehören?
Vor allem aus einem Grund: Weil negative Emotionen auch in anderen etwas auslösen. Traurigkeit macht andere hilflos. Wut gilt als unangemessen und bedrohlich. Angst wird als Schwäche interpretiert. Enttäuschung soll möglichst schnell überwunden werden, da der darauffolgende innere Rückzug die zwischenmenschliche Verbindung bedrohen könnte.
Es werden also wiederum unangenehme Gefühle bei Mitmenschen ausgelöst und für viele ist das nur schwer auszuhalten. Man müsste sich dann ja selbst damit auseinandersetzen. Und um das zu vermeiden, ist oft die erste Anweisung, diese Gefühle zu unterdrücken und stattdessen „einfach“ etwas positives zu fühlen.
Also lernen wir, dass manche Gefühle irgendwie falsch sind und zeigen sie nicht mehr. Doch Gefühle verschwinden nicht einfach, nur weil wir sie ignorieren.
Sie verschwinden zwar nach und nach aus unserem Bewusstsein – nicht jedoch aus unserem Nervensystem.
Und genau hier liegt die entscheidende Erkenntnis:
Gefühle, die wir nicht fühlen, verschwinden nicht. Sie bleiben im Nervensystem aktiv und werden zu Stress.
Unser Körper unterscheidet nicht zwischen einem äußeren Konflikt und einem inneren Konflikt. Wenn wir ständig gegen unsere eigenen Bedürfnisse, wahren Gefühle und Ansichten oder Grenzen arbeiten, entsteht eine dauerhafte Anspannung. Stresshormone werden ausgeschüttet und die bewirken, dass Muskeln angespannt bleiben, die Atmung flacher wird, die Verdauung sich verlangsamt, der Schlaf ist weniger erholsam und generell befindet sich das vegetative Nervensystem zunehmend in Alarmbereitschaft.
Was ursprünglich als kurzfristige Schutzreaktion des Körpers gedacht war, kann mit der Zeit – je öfter wir Gefühle verleugnen oder unterdrücken – zu einem Dauerzustand werden.
Unterdrückte Emotionen verändern dann ihre Ausdrucksform
In meinen Augen ist das die Mutter aller Ursachen für psychosomatische Beschwerden. Denn wüssten wir mit unseren Emotionen richtig umzugehen, dann hätten sie nicht mehr die Notwendigkeit sich eine Ausdrucksform zu suchen. Und als ihr Kanal bleibt ja nichts anderes als unser eigener Körper. Außerdem berichten viele Menschen rückblickend, dass ihre Beschwerden in besonders belastenden Lebensphasen begonnen oder sich verstärkt haben. Nach Trennungen, während beruflicher Überforderung, in Zeiten ständiger Verantwortung. Oder in Lebenssituationen, in denen sie sich selbst immer weiter zurückgestellt haben.
So viele Menschen haben dann nach zahlreichen Untersuchungen schon mal den Satz gehört “Es ist alles in Ordnung. Wir können keine Ursache für Ihre Beschwerden finden” Und trotzdem sind sie ja da, also wächst das Unverständnis weiter.
Um hier den entscheidenden Shift zu machen und wieder mehr Verständnis für deine Beschwerden zu schaffen, will ich dir eine Übersicht über die häufigsten Zusammenhänge zwischen Gefühlen und ihren körperlichen Entsprechungen geben. Vielleicht findest du dich in der folgenden Tabelle wieder:
Wie sich unterdrückte Emotionen im Körper zeigen können
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Es gibt keine festen Zuordnungen und keine einfache Formel. Trotzdem zeigen sich bestimmte Muster immer wieder.
|
Körperliche Beschwerden |
Häufige emotionale Belastungen |
|
Nacken- und Rückenverspannungen |
Dauerhafte Anspannung, hohe Verantwortung, Perfektionismus |
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Kopfschmerzen |
Innerer Druck, Überforderung |
|
Magen-Darm-Beschwerden |
Sorgen, Ängste, ungelöste Konflikte |
|
Herzklopfen |
Stress, innere Unruhe, Ängste |
|
Erschöpfung |
Jahrelanges Funktionieren |
|
Schlafprobleme |
Nicht verarbeitete Gedanken und Gefühle |
|
Schwindel |
Chronische Überlastung |
|
Kieferpressen |
Unterdrückte Wut und Anspannung |
Auch andere Erkrankungen, die medizinisch nachgewiesen werden können, wie eine Allergie, Asthma, Bluthochdruck oder Hautausschläge haben (fast) immer eine psychische Entsprechung. Zum Beispiel hängt eine Allergie meistens mit einem Widerstand gegen etwas im Außen oder in dir selbst zusammen, Asthma mit dem Gefühl zu wenig Raum für sich selbst zu haben oder Bluthochdruck mit dauerhafter innerer Anspannung. Natürlich ist jeder Mensch individuell und muss auch individuell betrachtet werden, aber ich will dir hier die häufigsten Zusammenhänge darstellen und dein Verständnis schärfen.
Die meisten Menschen mit psychosomatischen Beschwerden sind häufig diejenigen, die besonders viel leisten, sich um andere kümmern und hohe Ansprüche an sich selbst stellen. Sie sind zuverlässig, hilfsbereit und verantwortungsbewusst. Sie halten durch und sie funktionieren.
Deshalb ist ein Symptom oft das erste ehrliche Nein des Körpers. Der Körper übernimmt irgendwann die Aufgabe, Grenzen zu setzen, die man emotional nicht setzen konnte.
Doch was ist die Lösung?
Heilung kann viele Wege haben. Aber Heilung bedeutet zuallererst, nicht mehr gegen den Körper zu kämpfen
Wir leben in einer Gesellschaft, die Symptome möglichst schnell beseitigen möchte. Aber wenn wir etwas wirklich an der Ursache packen wollen, dann müssen wir oft etwas tiefer gehen und lernen uns zu verstehen.
Sieh deinen Körper nicht als deinen Feind, sondern vielmehr als deinen Verbündeten, der dir den Weg zurück zu dir selbst zeigt. Heilung beginnt meistens dann, wenn wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen und wenn wir lernen, uns mit allem, was wir sind ernst zu nehmen.
Der erste Schritt ist, herauszufinden, welche emotionale & psychische Themen uns von unserem Körper gespiegelt werden. Denn nur wenn wir das verstehen wissen wir überhaupt, wo wir noch im Mangel leben, falsche Überzeugungen und Einstellungen haben und in welchem Bereich wir Heilung brauchen.
Und im nächsten Schritt geht es dann darum, diese Erkenntnisse in unser Leben zu integrieren. Sich immer wieder neu auszurichten und Stück für Stück unserer emotionalen, psychischen und körperlichen Gesundheit näher zu kommen.
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Ich freue mich auf dich und deine Reise 😊
Viel Liebe,
Deine Diana