„Wenn du jetzt sagst, „ich nehme eigentlich gar keine Wut wahr, ich fühle mich einfach oft überfordert und gestresst“, dann heißt das nicht unbedingt, dass es dich nicht betrifft.“
In meinem letzten Blogartikel habe ich über unterdrückte Emotionen geschrieben und darüber, wie sie unsere Gesundheit beeinflussen können. Und bei den unendlich vielen Emotionen, die existieren, gibt es eine, die besonders bei uns Frauen eine große Rolle spielt. Allerdings nicht so wie du jetzt vielleicht denkst, sondern deshalb, weil wir sie meistens zu wenig ausdrücken.
Die Emotion, um die es geht, ist Wut.
Und weil ich denke, dass Emotionen in all ihren Facetten mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten wenn es um unsere Gesundheit geht, möchte ich das in diesem Artikel mit dem Gefühl der Wut tun.
Unter allen Emotionen hat Wut vermutlich den schlechtesten Ruf.
Wir Frauen lernen häufig schon früh, dass wie freundlich, verständnisvoll und harmonisch sein sollen, „Ladylike“ sozusagen. Wut wird dagegen oft mit Aggression oder Egoismus gleichgesetzt. Das Weibliche wird oft sehr sanft und leise dargestellt und nicht laut und störrisch. Dabei ist Wut grundsätzlich eine vollkommen gesunde Emotion (solange sie nicht im Übermaß existiert und krankhafte Züge annimmt).
Sie zeigt uns, dass etwas nicht stimmt.
Dass eine Grenze überschritten wurde.
Dass wir uns schützen müssen.
Dass wir etwas verändern möchten.
Wut ist die Energie, die uns hilft, Nein zu sagen.
Wenn diese Energie jedoch dauerhaft unterdrückt wird, verschwindet sie nicht. Sie findet lediglich keinen gesunden Ausdruck mehr. Der kanadische Arzt und Traumaexperte Gabor Maté beschreibt in seinen Büchern immer wieder, dass Menschen mit chronischem Stress und bestimmten Erkrankungen häufig eines gemeinsam haben: Sie unterdrücken ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle über viele Jahre hinweg.
Nicht bewusst, sondern weil sie gelernt haben, dass Anpassung sicherer ist als Authentizität. Die Folge ist oft ein permanenter innerer Konflikt. Nach außen sagen wir Ja und innerlich schreit etwas in uns Nein. Und dieser Widerspruch kostet enorme Energie.
Wie schaffen wir es also, das umzukehren, um wieder in Harmonie mit uns selbst zu kommen?
Wenn du jetzt sagst, „ich nehme eigentlich gar keine Wut wahr, ich fühle mich einfach oft überfordert und gestresst“, dann heißt das nicht unbedingt, dass es dich nicht betrifft. Denn oft haben wir unsere Bedürfnisse und Emotionen schon so lange und erfolgreich unterdrückt, dass wir sie irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen.
Also heißt es erst mal wieder ‚hinhören‘!
Warum bist du gestresst? Liegt es wirklich daran, dass du keine Wahl hast, wenn es heißt, dass du Überstunden machen sollst? Oder vielleicht doch daran, dass du dich ärgerst, schon wieder deine Bedürfnisse hinten angestellt zu haben…? Welche Emotionen begleiten den Stress oder die Unruhe und Unzufriedenheit in dir? Warum?
Wut hilft uns zu spüren, wenn etwas nicht passt. Und eventuell hilft sie dir sogar den Weg aus einer unangenehmen Situation in eine Bessere zu finden.
Und das können wir lernen. Nicht nur unterdrückte und versteckte Emotionen wieder zu spüren, sondern auch, sie als gesunden Wegweiser zu nutzen und daraus entstandene Symptome wie Migräne, Burnout oder nervöse Beschwerden zu lindern oder sogar aufzulösen.
Auch du darfst manchmal wütend sein, selbst wenn du denkst es wäre unangebracht. Lasst uns unsere Emotionen wieder wertschätzen und mit ihnen arbeiten statt gegen sie!
Und wenn du lernen möchtest, wie das geht und du einen Weg aus den psychosomatischen Symptomen hin zu einem entspannten und selbstbestimmten Alltag finden möchtest, dann schreib mir gerne oder buche dir ein unverbindliches Kennenlerngespräch.
Ich freue mich auf dich
Xo,
Deine Diana